Haus des Buches
Literaturhaus Leipzig

Veranstaltungen
© Foto: Jürgen Naber
12. Dezember 2017 / 19.30 Uhr / Saal 3
Literatur und Film
Heinrich Böll zum 100. Geburtstag
Ralf Schnell und Frieder von Ammon in Lesung und Gespräch
Im Anschluss zeigen wir »Die verlorene Ehre der Katharina Blum« (Regie: Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta, 1975, 102 Min)

Heinrich Böll (1917-1985), geboren in Köln, im Zweiten Weltkrieg einfacher Soldat, nach 1945 Repräsentant der »Trümmerliteratur«, Autor bedeutender Romane, kritischer Intellektueller mit hoher öffentlicher Wirksamkeit und Literaturnobelpreisträger des Jahres 1972: Am 21. Dezember wäre er 100 Jahre alt geworden. Ralf Schnell, Mitherausgeber der Böll-Werkausgabe, und Frieder von Ammon erinnern an den Literaten.

In seinem Buch »Heinrich Böll und die Deutschen« (Kiepenheuer & Witsch 2017), beschreibt Ralf Schnell, wie die politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts das Leben des Autors geprägt haben - und welche Resonanz dessen künstlerische Antworten bei seinen Lesern fanden. Ausgehend von Bölls Herkunft und Jugend - die kinderreiche Kölner Kleinbürgerfamilie katholischen Glaubens, die Kriegsteilnahme und Gefangenschaft - beleuchtet Schnell die literarischen Anfänge des jungen Familienvaters in der Nachkriegszeit, die Auseinandersetzung mit Kriegsschuld und Holocaust, den politischen Konservatismus der Adenauer-Ära, die Formierung des Literaturbetriebs durch die Gruppe 47 und Bölls Verhältnis zur DDR und zur RAF. - Ralf Schnell, geboren 1943 in Oldenburg, lehrte an der Universität Hannover, an der Keio-Universität Tokio und an der Universität Siegen, die er von 2006 bis 2009 als Rektor leitete.

Frieder von Ammon, geboren 1973, studierte Neuere deutsche Literatur, Komparatistik und Musikwissenschaft in München. Seit 2015 ist er Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Leipzig.

Der Film »Die verlorene Ehre der Katharina Blum« nach der Erzählung von Heinrich Böll glänzt durch eine exzellente Besetzung, allen voran Angela Winkler, die für ihre beeindruckende Vorstellung mit dem Filmband in Gold geehrt wurde. Die gleiche Auszeichnung wurde dem Film für die hervorragende Kameraführung verliehen.

Eintritt frei

Veranstaltung des Literaturhauses Leipzig


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