Haus des Buches
Literaturhaus Leipzig

Veranstaltungen
© Foto: Arno Declair
8. Januar 2018 / 19.30 Uhr / Großer Saal
Die Zukunft war anders
Corinna Harfouch und Jörg Pohl »Der Torpedokäfer«
Aus dem abenteuerlichen Leben des Franz Jung
Szenische Lesung mit Musik und Film

100 Jahre Oktoberrevolution, das große kollektive Glücksversprechen des 20. Jahrhunderts, das so schnell scheiterte. Im Gedenken daran darf einer der wichtigsten politisch-literarischen Autoren deutscher Sprache nicht fehlen: Franz Jung (1888-1963). Er war literarisch nicht nur überaus produktiv, er schrieb auch eine der aufsehenerregendsten und schonungslosesten Autobiographien des 20. Jahrhunderts (»Der Weg nach unten«, Arbeitstitel: »Der Torpedokäfer«) Um nach Russland zu Lenin zu gelangen, kaperte er 1921 zusammen mit einem Genossen ein Schiff. Wegen Schiffsraub auf hoher See gesucht und in den Niederlanden untergetaucht, wurde er von dort in die Sowjetunion abgeschoben, wo er eine Streichholzfabrik in Nowgorod aufbaute, so erfolgreich, dass die UdSSR sie an den schwedischen Kreuger-Konzern verkaufen konnte. Franz Jung war immer außerhalb der Institutionen und Parteien am Schnittpunkt von Literatur und Politik aktiv, darüber hinaus Börsenfachmann und Bohémien, eine schillernde und bis heute inspirierende und verstörende Figur.

Die szenische Lesung beleuchtet 15 Stationen aus Franz Jungs Leben. »Vielschichtiger, widerspruchsvoller, anregender sind nur wenige erfundene Charaktere ... Franz Jung fesselt und fasziniert vor allem durch seine Persönlichkeit, diese seltsame Mischung aus Beharrlichkeit und Flucht, Menschenliebe und Unerbittlichkeit, Weitsicht und Ressentiment.« (Die Zeit)

Text: Franz Jung »Der Weg nach unten« (Edition Nautilus). Dramaturgie: Hanna Mittelstädt. Musik: HF Coltello / Christoph Frenz. Film: Marija Petrovi

Eintritt: 5,- / ermäßigt 4,- EUR. Kartenreservierung ab 3.1.2018 unter 0341 99 54 134 oder tickets@literaturhaus-leipzig.de

Veranstaltung des Literaturhauses Leipzig und der Edition Nautilus. Das Projekt »Die Zukunft war anders« wird gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und die Bundeszentrale für politische Bildung


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