Haus des Buches
Literaturhaus Leipzig

Veranstaltungen
© Foto: Bernd H. Reimer
17. Oktober 2018 / 19.30 Uhr / Literaturcafé
Gisela Kohl-Eppelt
»Als der Krieg vorbei ist«
Szenische Lesung mit Musik
»... Als ich zehn Jahre alt bin, flammt der Krieg kurz noch einmal auf. ... Ich bin ein Junger Pionier, ein dickes Kind, das schwimmen lernen will und davon träumt, einmal berühmt zu werden. Bin kein Tier mehr - wenn die Welt mich nicht zu einem macht. Denn der Frieden ist wie ein schlecht gelöschtes Feuer. Die Glutnester des Krieges können jederzeit wieder aufflammen.«

In den Erinnerungen Gisela Kohl-Eppelts spielen der Zweite Weltkrieg und die Zeit danach eine wichtige Rolle -Auch sie sei ein Kriegskind gewesen. »Aber im Gegensatz zu den Hochbetagten erinnere ich mich nicht an Bombennächte, denn ich bin da erst zwei Jahre alt und halte mich für ein Tier, das immer essen will. Nach dem Krieg geht der profane Faschismus weiter. Zuhause spricht man anders als in der Öffentlichkeit. Ich lerne Doppelsprech und Doppeldenk. Meine Eltern gehörten vor dem Krieg zu den Reichen der Stadt. Nach dem Krieg ist mein Vater Hilfsarbeiter. Ich nutze meine bevorzugte soziale Stellung als Arbeiterkind im Arbeiter-und Bauernstaat. Trotz mäßiger Leistungen bestehe ich das Abitur und studiere sowohl Musik als auch Grafik in Leipzig. Dabei lese ich die meiste Zeit. Doch gehe ich nicht mit Worten um. Noch nicht. Erst seit gut zehn Jahren schreibe ich.«

Gisela Kohl-Eppelt wurde in Dessau geboren. 2015 gewann sie den Autorenwettbewerb »Leipzig - Die utopische Kommune«.

Eintritt: 5,- / 4,- EUR

Veranstaltung der GEDOK, Gruppe Leipzig/Sachsen e.V.




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